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Agatha Ringli


Das Agatha Ringli ist ein ringförmiges Brot das wir normalerweise vom 1. bis 5. Februar herstellen und verkaufen. Wir stellen das Agatha Ringli in Schwyz aus einem Zopfteig mit rund 8.5% Butter her. Unsere Version ist ein Teigstrang, der an beiden Enden zusammengefügt wird, der Ring erhält oben vier bis fünf quere Einschnitte, die Oberfläche glänzt. Das Besondere am Agatha Ringli ist nicht das Brot selber, sondern seine Segnung des Mehles und der Backstube einige Tage im Voraus.

Der Brauch des Agathabrotes ist in vielen katholischen Regionen verbreitet. In der Schweiz insbesondere in Freiburg, der Innerschweiz und Appenzell Innerrhoden. In den meisten Regionen handelt es sich beim Agathabrot um ein ganz normales Brot oder Brötchen, das man segnet. Neben der Ringform der Innerschweiz ist auch im freiburgischen Plaffeien ein spezielles Agathabrot zu finden, eines in Brezelform.

Geschichte
Was hat es nun mit dieser Heiligen Agatha auf sich? Da sich die auf Sizilien lebende Christin Agatha weigerte, den nichtchristlichen, römischen Statthalter Quintianus zu heiraten und sich vom Christentum abzuwenden, bestrafte man sie, indem man ihre Brüste abschnitt. Als sie sich weiterhin weigerte, ihrem Glauben abzuschwören, wurde sie zu Tode gefoltert. Als am Jahrestag ihres Todes der Ätna ausbrach und die Lavamassen Catania bedrohten, versuchten die Einwohner mit dem Schleier der Agatha die Lavamassen aufzuhalten. Seitdem gilt sie als Patronin gegen Feuersgefahr und ist die Schutzpatronin von Catania. Mit der Zeit wurde Agatha zur Schutzpatronin gegen Feuersgefahr und zur Patronin der Feuerwehren, Glocken- und Erzgiesser, Goldschmiede, Berg- und Hochofenarbeiter, Glasmacher, Weber und Ammen.

Die früheste gefundene Erwähnung eines Brotsegens am Agathatag datiert aus dem Jahre 1466: In den Auflistungen der Ausgaben des Klosters Klingenthal in Basel wird das St. Agathenbrot aufgeführt. Laut dem Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens erwähnte der berühmte Prediger Geiler von Kaisersberg im Jahr 1516 als erster das Agathabrotes als Mittel gegen Feuer und Brand. Die erste schriftliche Erwähnung des Agathenringlis in Schwyz stammt aus dem Jahre 1933. Brodmann-Jerosch berichtet, dass in Schwyz die Heilige Agatha von der Feuerwehr als Patronin verehrt wird. An ihrem Tage esse man gesegnetes Backwerk, „Agathenringli“, die man auch aufbewahre und bei Bränden zur Abwehr ins Feuer werfe. Auch im Atlas für schweizerische Volkskunde sind die Schwyzer Agathenringli erwähnt.

Konsum
Beim Essen der Ringlein, überhaupt beim Agathenbrot allgemein, hatte man sich an gewisse Regeln zu halten, erinnert sich eine Bäckerin: Es durften mit dem Agathenringli keine Brösmeli gemacht werden, denn man hat mit dem gesegneten Brot achtsam umzugehen. Gegessen wird es etwa zum Frühstück anstelle von einem Weggli

Ein Teil der Agathenringli wird aber gar nicht gegessen, sondern im Haus aufgehängt, zum Beispiel an einem Bändel oder mit einem Nagel an die Wand geschlagen, dies meist im Hauseingang. Aber auch im Stall hängt da und dort so ein Ringli oder es wird dem Vieh zu Essen gegeben. Das Agathenringli des Vorjahres sollte nicht einfach im Abfallsack entsorgt werden, so weiss der Bäcker zu berichten. Es sollte im Feuer verbrannt werden, das sei die richtige Entsorgung.